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XJ 600: Ein Pferd ohne Namen


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Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    XJ TECHNIK FORUM Foren-Übersicht -> XJ 600 3KN 51J 3KM
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PKR
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Anmeldungsdatum: 20.10.2015
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BeitragVerfasst am: 06.09.2016, 21:31    Titel: XJ 600: Ein Pferd ohne Namen Antworten mit Zitat

Vorweg,
wer das im "Schwesterforum" schon gesehen hat - Lesen zwecklos, was neues gibts nicht Wink Wobei, doch. Das erste Bild gibts drüben nicht, das musste ich noch kennzeichen-bereinigen.

Was ist das hier?
Ein Sammelthread für alles, was mir an Kurzgeschichten und technischem Getöne rund um mein Motorrad einfällt.

Was soll das mit dem Titel?
Viele Leute geben ihrem Motorrad Namen. Mir fällt einfach keiner ein.

Gehts jetzt los?
Klar, klar. Keine Hektik!


Hinterradaufhängung - Von Elend und Licht am Horizont

Ein schönes Frühjahrswochenende, lang, mit Feiertagen. Ich halte mich, 6 Mm nach Kauf der XJ und einem durchfahrenen Winter, für einen ganz ordentlichen Fahrer. Nicht sehr schnell unterwegs, aber doch ganz passabel, und auch in den Kurven kein Schleicher.
Einen Tag und gefühlte tausend Tode später bin ich anderer Meinung.

Was ist passiert? Eine "gemütliche" Gruppenausfahrt von einer Motorradfreizeit aus. Die weiteren Motorräder der Gruppe: 2x ZX-9R, CBR 600 RF, CBR 400 RR, irgendwas nacktes, größeres von KTM und noch weitere. Mindestens ein Fahrer mit Rennerfahrung.
Das Ortsausgangsschild hinter uns, und vor mir werden die Vordermänner immer kleiner. Die XJ gibt alles, die 10.000 Umdrehungen werden vor jedem Schaltvorgang geknackt, aber das reicht nicht. Lange nicht. Tacho überschreitet die hundert, hundertzwanzig, hundertvierzig. Kurve in Sicht! An deren Ende: Alle, die nicht hinter mir festhängen, und ich bremse erstmal. Trotzdem kommt das Heck in der Kurve ins Wanken und Wabbeln, dass immerhin mein Puls jetzt "SuperSport" ist. Ich, vorher noch nie in der Gruppe unterwegs gewesen, vollkommen planlos zwischen "Du darfst nicht abreissen lassen!" und "So schnell kann ich nicht!". Ist aber auch egal, denn die Wahl ist Leben (lass die anderen fahren) oder Tod (versuch dranzubleiben und flieg aus der Kurve in Leitplanke/Auto/Baum). Da ich noch tippen kann, musste der Rest eben auf mich warten.
Meinen Fahrspaß an diesem Tag könnte man bequem durch eine Leerlaufdüse ziehen. Was bleibt, sind diverse Erkenntnisse:
Mein Motorrad kann nix.
Ich kann auch nix, wahrscheinlich auch weniger, als die XJ hergäbe.
Irgendwas stimmt da nicht, wenn das Heck so dolle wackelt - denn das lag nicht an mir.

An den nächsten Fahrtagen wiederhole ich meinen gröbsten Fehler zum Glück nicht wieder, stattdesse fahre ich mit Leuten, die ähnlich zügig unterwegs sind wie ich. Hier bin ich immerhin schon unteres Mittelfeld, und wenn ich nicht das Gefühl habe, alle auszubremsen und dafür noch belächelt zu werden, läuft es schon viel besser. Zwei Tage später ist Ende, und ich weiß, dass ich in den letzten drei Tagen einen Lernsprung gemacht habe wie höchstens damals in der Fahrschule.
Und ich weiß, dass die Aufhängung hinten dringend überarbeitet werden muss.

Etwas später, in Eddies Bastelbude: Diagnose klar, Hinterradlagerung schwergängig wie Sau. Lenkkopflager auch zu fest. Letzteres wird passend gelöst, ersteres muss noch warten.

Ein paar Wochen später habe ich, in der Garage eines wohlbekannten Forenmitglieds aus der Eifel...

...das Elend dann vor mir: Die Schwingenlager sind noch gut in Schuss und Fett ist auch noch vorhanden...

...aber bei allen Bolzenlagerungen schreit mich das Elend schon an.


Schleifen, schleifen, putzen, fetten... und seitdem habe ich eine neue Maschine! Vorher fuhr es sich bretthart am Hinterrad, als ob man in einem tiefergelegten Bastelgolf säße, aber mittlerweile sehe ich Schlaglöchern gelassen entgegen. Es lohnt sich!

Wobei, so schön es auch klingt, das Wackeln jetzt immer noch nicht weg ist, es tritt nur später auf.
Zeitsprung: Einen Monat nach der Überholung, einige Teilnehmer sind die gleichen wie in der Geschichte am Anfang. Schauplatz: Überlandstraße, zweispurig, gut ausgebaut, lange, lange, lange Kurve. Bei etwa 130 km/h wird es wieder unangenehm hobbelig. Dieses Mal nehme ich die Geschwindigkeit nicht sofort zurück, will mal wissen, wie es sich verhält. Schlimmer wirds nicht, aber besser auch nicht, und sicher fühlt es sich auch nicht an. Die Mitfahrer vermuten ein unter- oder überdämpftes Federbein.
Kein wirklichs Ende der Geschichte, aber immerhin ein Schritt nach vorne. Dennoch, meine Vorstellung, mit der XJ irgendwann mal auf die Renne zu gehen und mit dem Knie auf dem Boden dem Motor Dauerfeuer zu spendieren, hat eine deutliche Delle bekommen. Mal sehen, wie es sich entwickelt. Zwei Sachen gibts noch in der Trickkiste...
_________________
Grüße, Fritz

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Eddie
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BeitragVerfasst am: 06.09.2016, 23:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Fritz.
Wo ist das Foto vom Trickkisteninhalt?
_________________
Gruß. Eddie,
-
un Agathe nickt mi´m Kopp.
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PKR
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BeitragVerfasst am: 06.09.2016, 23:40    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Eddie! Ich hab noch nie eines von diesen zwei Teilen gemacht, fürchte ich. Folgt dann in der nächsten Episode, die sich mit der Aufhängung beschäftigt. Zum Kaufzeitpunkt hatte ich glaub ich noch nichtmal ein digitales Bildmachgerät, und seitdem hab ich die noch nicht angerührt. Montageprobleme...
_________________
Grüße, Fritz

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BeitragVerfasst am: 07.09.2016, 20:01    Titel: Antworten mit Zitat

Im Tank - Der mysteriöse Gegenspieler

April 2016: Schon lange habe ich das Gefühl, das Motorradfahren irgendwie nicht so sportlich ist, wie ein Hobbie sein könnte. Während ich so darüber sinniere, ziehe ich meinen Helm auf, die Handschuhe an und starte den Motor. Er kommt wie immer sofort und knackig, klingt aber heute irgendwie ein bisschen anders. Genau kann ich es nicht beschreiben, kein unschönes Geräusch, ein bisschen undefinierbar, und die Gasannahme ist ok, also denke ich mir, dass es vielleicht andere Laufgeräusche der Kette sind. Höhere Spannung und so, schließlich habe ich da letzte Woche, als ich die Kiste zuletzt bewegt habe, mal was nachgespannt.
Mein Motorrad schläft 100m entfernt von der Autobahnauffahrt, also hin da und sachte beschleunigen... ist der Plan. Leider bleibt ab einer gewissen Drehzahl alles Drehen am Gasgriff wirkungslos - es ist zwar hörbar, dass da Anstrengungen unternommen werden, aber es kommt nichts am Hinterrad an. Also auf den Standstreifen, Seitenständer raus, der Blick fällt auf den Boden, wo sich eine große Lache Flüssigkeit bildet und immer größer wird. Schnell den Motor abgestellt, abgestiegen, Finger rein, Nase dran: Benzin! Erstmal schlecht, denn viel Benzin + Auspuff = viel Feuer. Also schnell die Möhre etwas weiter schieben, damits nicht in der Lache steht.

Da kommt mir die Eingebung: Das ist ein Einfall des Himmels - die Geburtsstunde des KFZ-Triathlon! Fahren, schieben, schrauben, alles mit nahtlosem Übergang und wechselnder Reihenfolge.
Als Hauptsponsor bewirbt sich anscheinend gerade eine unkooperativen Versagerbank, denn aus deren linkem Belüftungsschlauch kommt die ganze Suppe herausgesprudelt. Sobald ich testweise auf PRI stelle, läuft da anscheinend im Kurzschluss direkt aus dem Tank eine saftige Menge Sprit heraus. Und tropft teilweise sogar auf den Auspuff.

Das Leid ist groß, aber den Kilometer bis nach Hause kann ich schieben, und gnädigerweise erlaubt mir ein Stück vergessene Leitplanke an der Autobahnauffahrt, direkt vom Standstreifen auf den Bürgersteig zu wechseln. Dann geht das Rätselraten los, es endete mit dem Versand der gesamten Vergaserbank an die liebe Nina (ninas-bikershop.de), die sich der Reinigung annahm.
(Es sei übrigens lobend erwähnt, das der Fahrer eines hergerichteten Amischlittens extra für mich angehalten hat, und mir mit Starthilfespray aushelfen wollte. Passte im Endeffekt nicht zum Problem, aber die Geste weiß ich zu schätzen.)


Der 51J-Motor holt in Wirklichkeit nur 45 kW aus der Benzinverbrennung, die restlichen 9 kommen aus einem kleinen Kohlekraftwerk. Nur deswegen sieht diese Vergaserbank so dreckig aus, mir ist da nämlich beim Nachschippen etwas Kohlestaub draufgefallen.


Da liegt das Elend in den Schwimmerkammern. Schaut schon irgendwie nach Rost aus. Woher der wohl kommt?


Die Siebe vor den Schwimmernadeln. Schmock, Schmock, Schmock.


Auch vor den Sieben sieht es dreckig aus.


Etwas ZU dreckig.


Die Koni der Nadelventile sind aber noch top in Schuss und werden von Nina auf ihren Vorschlag ohne Tausch wieder eingebaut.

Was nun, denke ich mir... ich habe weder Zeit noch Geld für eine professionelle Tanksanierung. Als Sofortmaßnahme wird, von den meisten Forenteilnehmern kritisch bewertet, ein Benzinfilter zwischen Tank und Vergaserbank eingeführt.

Der kleine Racker an seinem neuen Arbeitsort. Sieht so billig aus, wie er war, funktioniert aber ganz gut. Zwölf Liter in der Stunde sind allerdings eine akute Bremse für Vollgasorgien auf der Autobahn (die ich allerdings auch bisher nicht gemacht habe).


Monate später: Ich habe mal Zeit und warum nicht mal das Problem mit dem Tank angehen? Also abgemacht, Benzinhahn runter, und... sollte der nicht... diese Röhrchen oben drauf haben? Zwei, oder so? Stattdessen hat er einfach nix. Zwei Löcher in denen vom Benzin angelöste Lackreste der Tankunterseite stecken. Das Aussehen erinnert mich an das, was weiter oben im Nadelventilsiebchen hing. Mit viel Geduld, einem Draht in der einen und der Taschenlampe in der anderen Hand fummle ich im Tank herum, um ein erspähtes Röhrchen zu extrahieren. Mit Kopfschmerzen von den leckeren Benzindüften (so fühlt sich wahre Liebe an!) gelingt es schließlich. Es scheint das lange zu sein, das kommt wohl auf... ja, welche Öffnung am Benzinhahn ist denn für Reserve, und welche für den Normalbetrieb? Ich weiß es nicht... aber zum Glück hat nur eine den passenden Durchmesser fürs Rohr.
Ich schüttle weiter, aber außer dem Füllstands-Sensor ist nichts zu hören im Benzinfass. Ein paar Milliliter Sprit wollen einfach nicht raus, und es scheint sowas wie ein kleines Steinchen drin zu sein. Wo ist denn das Feuerzeug, das will ich mal im Detail sehen...


Neiiiiin, natürlich nicht. Bilder aus dem Inneren:


Etwas wilde Schweißungen haben hier stattgefunden, aber das ist ja nicht das Thema.


Auch hier irgendwie nichts ungewöhnliches.


Und hier fehlt mir jetzt die Expertise: Ist das Rost? Habe ich das Problem gefunden? Schaut so gleichmäßig aus...

Irgendwie bin ich mir nicht sicher. Auch nicht, ob das Besprühen mit Rostlöser von der Tanköffnung her überhaupt einen Effekt haben könnte, und wie ich die Brühe dann restlos da rausbekäme. Arbeitsplanung wär mal angesagt, so vorneweg, aber dafür war ich heut zu spontan. Und verkatert, da will man nur in Ruhe schrauben.
Also das lange Röhrchen in den Benzinhahn, hoffen, dass die Originaldichtungen dicht halten, und alles wieder zusammenbauen. Neuen Benzinschlauch und kein Filter dieses mal.

So, Freunde des Zweirads, sagt mir: Was ist denn das für ne rötliche Linie? Rost? Der Feind? Oder doch nur irgendein harmloses Phänomen?
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Grüße, Fritz

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BeitragVerfasst am: 15.09.2016, 19:36    Titel: Antworten mit Zitat

XJ im digitalen Zeitalter

Als relativ visuell angelegter Mensch kriege ich es nicht immer hin, mir Veränderungen "am lebenden Objekt" gut vorstellen zu können. Um trotzdem nicht ins Blaue hinein umbauen zu müssen, habe ich auf ein etwas älteres Hobby zurückgegriffen: 3D-Modellierung. Also bastle ich mir jetzt munter eine digitale XJ zusammen, um dann später direkt alle Veränderungen, die mir so einfallen, direkt anschauen zu können.
Ist zwar immer noch nicht die Realtiät, aber dürfte auf diverse Vorstellungsfragen ("Sieht diese Verkleidung wohl besser aus?" "Was wäre denn mit einem Rundscheinwerfer und 4-in-6-Auspuffanlage?" und so weiter...) geben.

Texturen kommen später, erstmal will ich die Geometrie fertigbekommen.

Und ich habe echt wieder Spaß an der ganzen Modell-Bastelei. Vielleicht kaufe ich mir in ferner Zukunft mal nen 3D-Drucker und dann ist es ein Kreislauf :D
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Grüße, Fritz

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BeitragVerfasst am: 06.01.2017, 00:07    Titel: Antworten mit Zitat

Vor meiner XJ kam lange Zeit (naja, für mich... Für den durchschnittlichen Leser in diesem Forum eher kurz) nix zweirädriges. Generell nix motorisiertes - wozu auch, ÖPNV war schon ganz fein. Das Gefährt davor hatte einen Durchstieg (Ketzer!), ein großes Windschild (Steinigt ihn!) und dazu noch ein großes Fach unter der Sitzbank (jetzt reichts aber...) - kurzum, es war ein Maxiroller.
Hohe Geschwindigkeit oder Wind im Gesicht war ich nicht wirklich gewöhnt, als dann die XJ in meinen Besitz kam. Die ersten Fahrten machten dermaßen Spaß und die für Motorradmaßstäbe leise XJ erschien mir ein derbes Renngerät, direkt aus der Hölle zu sein, dass ich gar nicht merkte, dass auch der Wind ganz schön laut war. Das änderte sich allerdings, als ich öfter auf zwei Rädern verreiste. Schnell war klar: Ohne Stöpsel im Ohr keine Langstrecke.
Aber warum war das denn so laut? Die Lösung präsentierte sich bei einem Vmax-Versuch, bei dem ich zusammengekauert hinter der ""Windschutz""scheibe lag: Hinter der Scheibe wars angenehm ruhig. Kopf hoch - Inferno! Bei etwas langsamer Geschwindigkeit dann der zweite Versuch: Aufstehen, Kopf weit neben die Scheibe halten - nur ein sanfter Windhauch ohne Turbulenzen. Wieder hinsetzen und Kopf normal halten: Bfrkrwrschhuuuisfkrrr!
Bei Internet-Recherchen war mir dann auch aufgefallen, dass offensichtlich einer aus der umfassenden Schar Vorbesitzer auch eine andere Scheibe verbaut hatte. Schnell machte ich die Windabrisskante verantwortlich für die ganzen Turbulenzen und bestellte bei MRA einen Nachbau in Originalform.

Hier zu sehen: XJ oben ohne.


Der Vergleich zwischen neu und alt:


Und seit dem ist Ruhe im Karton. Naja, ein bisschen wenigstens. Die Stöpsel bleiben auch weiterhin drin, aber es fühlt sich nicht mehr nach Gehirnwäsche an, wenn ich auf der Autobahn fahre.
Woran ich gemerkt habe, dass es mit der neuen Scheibe leiser ist? Mit der alten war nicht mehr als Tempo 130 aufrecht drin. Auf der ersten Autobahnfahrt mit der neuen dachte ich mir "na, das ist aber auch nicht viel leiser...", guckte runter und hatte über 170 auf der Uhr. Läuft doch!



An der Digitalfront hat sich auch was getan:
-Alle abgebildeten Bauteile nach realen Messwerten neu modelliert. Erster Anlauf war frei Schnauze, nur mit einer perspektivischen Seitenansicht. Das führte zu Problemen bei komplexen Teilen wie dem Motorblock und den Vergasern.


-Entwurf für neue Beatmungsmaßnahmen:


-Designentwurf für neue Ausatem-Maßnahmen (entbehrt allerdings noch jeglicher Berechnung. Hat da jemand nen Lektüretipp?


-Designentwurf für eine erweiterte Verkleidung (gefällt mir bis jetzt noch nicht wirklich)



An der Realfront kämpfe ich ab morgen gegen die Folgen eines ordentlich versalzenen Winters, was hoffentlich zukünftig nicht mehr vorkommt - ich habe einen Bürgerkäfig angeschafft. Bei Eis und Schnee ziehe ich dann doch ein umfallsicheres Gefährt vor. Feigling, ich...

Und da der alte Luftfilter langsam fällig war, gab es ein Tauschteil von K&N, in der Hoffnung, damit an dieser Stelle dauerhaft Ruhe zu haben.
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BeitragVerfasst am: 06.01.2017, 08:13    Titel: Antworten mit Zitat

"Designentwurf für neue Ausatem-Maßnahmen (entbehrt allerdings noch jeglicher Berechnung. Hat da jemand nen Lektüretipp? "

Die dargestellte Form wird Probleme machen, denn die Abgase müssen durch einen Querschnitt der etwa einem Krümmer entspricht. Das wird einen zu starken Stau ergeben.

Aber die XJ650er haben das ja "vorbildlich" gelöst. 4 Rohre münden in einen Kasten, der ist hohl und von dort gehen dann die beiden Schalldämpfer weg.
Nimmt wenig Platz ein und ist leicht herzustellen. Alle Nachbauvarianten bei der XJ 650 sind schlechter als diese "primitiv" Lösung.
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combie
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BeitragVerfasst am: 06.01.2017, 13:19    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Aber die XJ650er haben das ja "vorbildlich" gelöst. 4 Rohre münden in einen Kasten, der ist hohl und von dort gehen dann die beiden Schalldämpfer weg.
Nimmt wenig Platz ein und ist leicht herzustellen. Alle Nachbauvarianten bei der XJ 650 sind schlechter als diese "primitiv" Lösung.


Das 650er System ist gut abgestimmt.


Allerdings halte ich die Krümmer Zusammenführung der 600er Diva für das beste System in der XJ Familie. Das wird jetzt auch Hersteller- und Modellübergreifend fast überall so eingesetzt.
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Gruß
uli
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BeitragVerfasst am: 06.01.2017, 13:43    Titel: Antworten mit Zitat

Die Diva hat ja nen Fächerkrümmer, führt also 1+4 und 2+3 zuerst zusammen. Meines Wissens nach gut für die Leistungsausbeute, weil günstige Druckverhältnisse. Das ist auch die Vorgabe für meinen Entwurf.
Bezüglich des Durchmessers: Ich geb dir recht, die sind auch in dem Bild von mir noch überhaupt nicht angepasst. Was mich allerdings wundert: Die 51J hat folgende Zusammenführung von 1+2 und symmetrisch dazu 3+4:

Hier gibts keine große Durchmesser-Anpassung, es wird nur von doppelwandig auf einwandig bei gleichem Außendurchmesser erweitert. Und so viel ist das doch nich? Doppelter Querschnitt wäre etwa Faktor 1,4 beim Durchmesser.

Das Diva-System gefällt mir aufgrund seiner Asymetrie nicht. Fächer soll sein, aber symmetrisch fänd ich besser, auch im Sinne einer exakt gleichen Länge der Krümmer von 1+4 und 2+3 bis zur Zusammenführung. Daher die übereinander angeordnete Zusammenführung der Krümmer. Das macht die Anlage zudem schmaler und erhöht so die Schräglagenfreiheit (theoretisch).
Andere Frage, weil mich die Bildersuche im Netz nicht weiterbringt: Führt die Diva die beiden Stränge zusammen bzw gibt es eine Querverbindung, oder gehen 1+4 in einen Endtopf und 2+3 in den anderen?

Und wenn ich schon bei Diva-Fragen bin: Weiß jemand, ob der Diversion-Krümmer auch ohne große Modifikationen an die 51J passt? Ich mein, auch wenn er nicht symmetrisch ist - es wäre einfach und günstig. Zwischenstücke zu den 51J-Schalldämpfern müsste man ja einfach machen können.
Wenn ich so drüber nachdenke - nein, passt er nicht. Zylinderbankwinkel ist deutlich abweichend. Es wäre mindestens ein nachbiegen nötig, falls überhaupt praktikabel.
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Grüße, Fritz

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Zuletzt bearbeitet von PKR am 06.01.2017, 17:49, insgesamt einmal bearbeitet
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combie
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BeitragVerfasst am: 06.01.2017, 14:02    Titel: Antworten mit Zitat

Eine Durchmesservergrößerung, vor dem Endschalldämpfer ist nicht nötig, oder sogar eher nachteilig, denn die Abgasstöße kommen ja nacheinander.
Erst im Topf werden sie zu einem Brei gestaut.
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Gruß
uli
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BeitragVerfasst am: 06.01.2017, 18:44    Titel: Antworten mit Zitat

combie hat folgendes geschrieben:
Eine Durchmesservergrößerung, vor dem Endschalldämpfer ist nicht nötig, oder sogar eher nachteilig, denn die Abgasstöße kommen ja nacheinander.
Erst im Topf werden sie zu einem Brei gestaut.


Ja, aber interessanterweise beschränkt sich Yamaha bei der XJ 900 auf zwei Krümmer pro Mündungsrohr, und dann noch auf die assymetrischen. Bei der Diversion 600 hat man die Krümmer hingegen kunstvoll verschlungen.
Aus Erfahrung mit der 4in1 würde ich sagen, vier Rohre in ein 4fach großes Mündungsrohr kosten ordentlich Leistung im mittleren Drehbereich. Daraus würde ich herleiten, dass das umgekehrte Extrem auch Leistung kostet, im oberen Drehbereich halt.
Tatsächlich soll aber die Druckwelle im Krümmer wieder zurücklaufen, sobald sie das Mündungsrohr erreicht hat, sonst bleibt zuviel Frischgas im Krümmer, dat stinkt und fehlt im Brennraum.
Ist der Gegendruck zu hoch, fehlt der Saugeffekt des Krümmers bei hohen Drehzahlen, denn die Druckwelle läuft immer mit Schallgeschwindigkeit, während die Kolbengeschwindigkeit steigt.

PS: Danke für die Spende.

Grüße, Olaf


edit: verdirb dir nicht die Augen, Fritz. Ich habe früher auch leidenschaftlich "modelliert", habe aber schon um das Jahr 2000 herum damit aufgehört. Cinema 4D. Damals gab es noch ausgelagerte Rendermanager. Steve Jobs' NextStep ging wie die Sau. Als die Autoindustrie von UG auf Catia umgestellt hat hatte ich viel zu tun. Ihre konvertierten Dateien waren nahezu unbrauchbar.
Womit malst denn du deine Traumwelt?
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BeitragVerfasst am: 06.01.2017, 19:37    Titel: Antworten mit Zitat

Uli: Gut zu wissen! Senkt den Platzbedarf. Ich habe auch mal mit Verdopplung des Querschnitts gerechnet und das ergäbe schon ein echt fettes Schlußrohr.

Das 4-1 Spitzenleistung bringt und 4-2(-1) mehr mittleres Drehmoment habe ich auch schon gelesen. Der Penner schreibts auch. Andererseits scheint die Summe aus dem was ich hier im Forum gelesen habe zu sein, das die ganzen 4-1-Anlagen aus dem Zubehör für die 51J extreme Mitteneinbrüche und auch eine geringere Maximalleistung als Konsequenz haben.

Insofern würde ich 4-1 vermeiden, so mich keiner aufklärt, dass das doch nicht stimmt und anders ist. Worum ich auch bitte, denn ich will wissen, wie es denn nun wirklich funktioniert.

Schlangenbändigung sähe dann so aus: (noch ohne Sammler)


Olaf: Ich nutze Blender. Geht ganz gut, wenn man sich mal dran gewöhnt hat. XSI habe ich auch mal genutzt, das ging deutlich einfacher, allerdings war es keine Vollversion.
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Grüße, Fritz

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BeitragVerfasst am: 06.01.2017, 20:58    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin davon überzeugt, dass Yamaha einmal diese verschlungenen Krümmer aus nur einem Grund gewählt hat:
Bei der 4in2 (Sammelrohre) Lösung liegen jeweils die symmetrisch arbeitenden Zylinder und ihre Auspuffgasblasen nebeneinander. Die Pulsfolge ist zeitlich gleich, während sie bei der 58l um 180 Grad versetzt ist. Vlt war der Sammler der 58l nur ein Anfang, ein Kompromiss. Vlt. kam man aber auch zu dem Schluss, dass die zeitl. Symmetrie keinen Vorteil bringt.
In jedem Fall aber ist die verschlungene Krümmerführung überflüssig, wenn alle Krümmer in nur ein Rohr münden. Also 2 mal 2 in 1. Mündungsrohrquerschnitt = Krümmerquerschnitt. Interferenzrohr am Ende der Mündungsrohre.

Grüße, Olaf


edit: auch würde ich den Krümmer von Zyl. 4 innen neben dem des Zyl. 1 führen. Er wird sonst zu lang im Verhältnis zu den anderen. Die Krümmerlänge bestimmt das Drehzahlband, in dem der der Krümmer "mitsaugt". Sie muss auch zur Ventilüberscheidung der Nockenwelle passen.
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BeitragVerfasst am: 25.03.2017, 15:52    Titel: Antworten mit Zitat

Höhö... langsam hab ich genug mit der Bremse gekämpft! Hinten die komplette Baugruppe getauscht (Sattel, Pumpe, Behälter, Leitung), vorn zweimal alle Kolben mobilisiert. Dafür habe ich jetzt ne Garage ergattert.

An der digitalen Front geht es auch weiter, ich will spätestens Ende April das Projekt mit einem hübschen Bild beenden. Es hat sich gewaltig verselbstständigt, und in den letzten fünf Monaten ist echt viel Zeit da reingeflossen.

Derweil geht es an anderer Baustelle voran: Ein Zylinderkopf ist bereit zur Nachbearbeitung:



Die Ziele: Lernen und Leistung! Nachbearbeitung der Kanäle, Entfernen der überflüssigen YICS-Überreste (anscheinend gleiche Gussform wie 550er-Motor).

Frage: Im Brennraum sehe ich einen seltsamen Vorsprung zwischen den Ventilen und der Zündkerze. Kann mir jemand sagen, was der da soll? Ist das ein Gussrest, oder etwas mit Funktion?
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Grüße, Fritz

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BeitragVerfasst am: 25.03.2017, 20:56    Titel: Antworten mit Zitat

PKR hat folgendes geschrieben:
...ich jetzt ne Garage ergattert...
...sehe ich einen seltsamen Vorsprung...
...etwas mit Funktion?
Glückwunsch dazu.
Das ist der Vorsprung durch Technik.
Vielleicht hängt man da die Kolbenrückholfeder ein.
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